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10.09.2006 Auf nach Copacabana oder Puno?



wir verlassen la paz

 

hier in la paz haben wir cedric und angelique wiedergetroffen, die wir in argentinien, in barreal kennengelernt hatten und später durch zufall in salta wiedersahen.

 

wir hatten beschlossen, ab jetzt eine weile gemeinsam zu reisen. gestern abend hat uns ruben vom hostel die bustickets reserviert und dafür gesorgt, daß uns der bus direkt am hostel abholt. was für ein luxus. die fahrt geht leider nicht wie geplant nach copacabana, da dort die campesinos, die landbevölkerung aufgrund religiöser streitigkeiten eine blockade errichtet hat. niemand kommt nach copacabana hinein. die touristen die in der stadt waren wurden ohne probleme hinaus gelassen, sodaß mittlerweile seit 10 tagen keine touristen mehr in der stadt sind, und das, obwohl die stadt zum großen teil vom tourismus lebt. auch mit den lebensmitteln sieht es langsam sehr schlecht aus. mal schauen, wie sich das entwickelt.

 

so haben wir heute den bus nach puno genommen. puno in peru, direkt am titikakasee. schon auf der fahrt zur grenze sehen wir den see. im hintergrund die anden. schöner könnte es auf keiner fototapete sein. fehlt nur noch der röhrende hirsch am ufer und -schwupps- ab an die wand im schlafzimmer damit.

 

nach der grenze wechseln wir den bus. ein kleiner junge hält uns etwas auf trab, denn er will sich unbedingt ein paar cent verdienen, indem er unser gepäck trägt. alles gute zureden hilft nicht, er läßt sich nicht abwimmeln. also auf die harte tour: natürlich darf er unser gepäck tragen, wenn er es überhaupt schafft, es anzuheben. drei versuche geben wir ihm, dann entscheidet er sich von ganz alleine, sich jemanden anderen zu suchen und zu fragen. hat also auch vorteile, einen schweren rucksack zu haben.

 

auf der weiteren fahrt nach puno erhalten wir noch ein paar tipps zwecks geldumtausch und hostel usw. vom netten busbegleitpersonal. auch die uhren stellen wir eine stunde zurück und schon haben wir wieder etwas mehr zeit. so schnell geht das.

 




mittag am hafen von puno

gegen 14.00 uhr erreichen wir puno. nicht die allerschönste stadt, aber auch nicht super-häßlich. der titikaka-see macht vieles gut, glaube ich. wir erkundigen uns in einer agentur zwecks der bootsfahrten auf dem see.

 

wir planen, drei tage auf den inseln im titikakasee zu verbringen.

 

erster anlauf sind die schwimmenden inseln von uro. aus dem totora-schilf bauen die uro natürlich primär ihre inseln, aber auch ihre hütten und ihre berühmten boote. die uro leben völlig autark vom fisch- und vogelfang, wie vor einigen hundert jahren. die inseln halten ungefähr 6 monate. danach müssen sie neu gebaut werden, da sie sich während dieser zeit mit wasser vollsaugen.

 

die nächste insel ist die isla amantani. auf ihr gibt es u.a. einen kleinen hügel, gerade mal 320 meter hoch. jetzt muß man nur noch die höhe des titikaka-see dazurechnen und schon steht man auf einem hügel, welcher 4.130 meter über null liegt. so leicht ist es, einen viertausender zu besteigen. zudem bietet amantani etliche ruinen aus der incazeit an. viele steine dienten den bewohnern, um den lauf der gestirne und der sonne zu verfolgen; wichtig für die landwirtschaft.

 

übernachtet wird auf den inseln privat bei familien. es gibt keine hotels oder ähnliches. heute haben wir bereits unsere "gastgeschenke" eingekauft: frisches obst soll sehr beliebt sein. na, und unsere luftballons für die kinder haben wir eh immer bei.

 

auf der insel taquile gibt es dann u.a. die berühmten strickenden männer. anhand ihre mützen kann man ihren familienstatus, ihr alter und ihren rang ablesen. mal schauen, wie sie mich mit meinem basecap ansehen. zudem freuen wir uns schon die über 500 stufen vom hafenanleger zum dorf "hinaufzurennen".

 

da wir die gesamte tour ohne eine agentur bestreiten möchten, also ohne 20 andere touristen, gehen wir direkt zum hafen und kaufen uns die tickets für die rundtour. der nette mann am hafen sagt uns sogar noch, daß die tickets 15 tage gültigkeit haben. na, da können wir ja eine weile "insel-hopping" machen.


11.09.2006 Puno und Sillustani

 

gestern abend hat es cedric ziemlich schlimm erwischt: er liegt mit 40 grad fieber im bett. somit ist meine erste amtshandlung für heute, die bootstickets umzutauschen. soweit auch kein problem, hätte ich doch gleich das ticket von den anderen beiden mitgenommen. also flitze ich zweimal zum hafen. mein körper dankt es mir mit atemproblemen.

 

auf dem rückweg gehe ich bei der gestern erspähten bäckerei vorbei. eigentlich will ich nur ein paar croissants erstehen, aber die gute bäckerin im besten mittleren alter will mich einfach nicht gehen lassen. sie fragt mich alles mögliche über mein land und mein dorf "berlin" aus und läßt mich erst gehen, als sie meine emailadresse bekommt. mal sehen, wann ich post bekomme. im hostel angekommen wird dann gefrühstückt, wobei uns auffällt, daß mir die gute frau ein stück gebäck zuviel eingepackt hat. prima, finden wir. kann immer so gehen.

 

da wir heute alleine losziehen, werden wir uns die grabtürme von sillustani ansehen. aus kostengründen müssen wir leider auf eine agentur zurückgreifen, was uns eigentlich gar nicht gefällt. so gehen wir zu "allways travel" und buchen nach langem hin und her und gutem rabatt die tour. die zeit bis zur abfahrt überbrücken wir mit einem frisch gepresstem saft und dem besuch des örtlichen china-restaurants. hier erwartet uns dann die sensation: portionen, so groß, daß ich es nicht schaffe, zumindest die hälfte zu vertilgen. also hinein in den doggy-bag und schnell ins hostel zu den beiden kranken gebracht.

 

die fahrt nach sillustani erfolgt dann ganz gemäß den touri-regeln: erster fotostopp mit blick auf puno, wo dann auch "zufällig" eine indigene dame in kompletter tracht und mit lama im gepäck bereit steht, um gegen eine geringe gebühr später in den fotoalben der touristen aufzutauchen. na, nix für uns, denn eines mögen wir gar nicht: für fotos etwas bezahlen zu müssen.

 



der weg nach sillustani entlang an abgelegenen dörfern ist wunderschön und läßt uns mal wieder bedauern, hier kein eigenes gefährt zu haben.

wir erreichen sillustani und unser englisch (?) sprechender guide erzählt auch sofort los. jedes dritte wort bei ihm ist "friends" und soll wohl die sympatie stimulieren. als er jedoch nach 10 minuten endlosem erzählen und gekicher (nur von seiner seite aus) immer noch vom wetter in sullustani erzählt, zücke ich den reiseführer aus der tasche, welchen uns martin und claudine geliehen haben und marschiere mit suse alleine los, dicht gefolgt von einem pärchen, die wohl auch die nase voll haben, sich was vom wetter erzählen zu lassen.

michael und ilse aus belgien sind dann also unsere heutige reisebegleitung und was soll ich sagen: wir haben echt viel spaß. ich mit meinem buch in hand versuche mich als guide und erkläre alles, was das buch hergibt. wenn mir die worte im buch ausgehen, gebe ich mein bestes, um selbst theorien aufzustellen. wir erzählen über gott und die welt und vergessen beinahe die zeit, zu der wir wieder am bus sein müssen. gerade so schaffen wir es, diesen zu erreichen, um nicht mit den überteuerten taxis nach puno zurückfahren zu müssen.

in puno beschliessen wir dann, noch zusammen einen kaffee trinken zu gehen, was dann bis 20.30 uhr andauert. wir flitzen schnell zurück ins hostel, wo wir schon von den beiden franzosen erwartet werden. gemeinsam gehen wir dann alle zusammen zu abend essen, was dann bis spät in die nacht geht. naja, schlafen können wir ja morgen auf dem boot.

 


12.09. - 14.09.2006 Die Inseln des Titikakasees

 

wir nehmen das lokale boot um 8.00 uhr, jedoch gleicht es schon fast einem tourboot. neben uns sind noch gut 6 andere touris mit unterwegs. der kapitän gibt uns eine einweisung und mimt den großen touristenführer.

 

erster stop sind die uro-inseln. alles ist aus dem schilf gebaut, aus totora. auch die souvenirs, die man uns so gerne verkaufen möchte. und so gesellen wir uns zu den mit in unserem boot fahrenden einheimischen, die gezwungenermaßen auf uns touris warten müssen. aber sie sind uns deswegen nicht böse, sondern geniessen mit uns den stop und nutzen diesen, um freunden auf den uro-inseln hallo zu sagen und um schilf zu knabbern. man lädt uns dazu mit ein. der geschmack soll sich angeblich alle paar wochen ändern. wir haben die seewasser-geschmacks-woche erwischt. aber trotz des geschmacks von einer ordentlichen portion schlickwasser im mund greife ich nochmal zu. gar nicht so schlecht. vielleicht allerdings nicht die beste idee des tages in anbetracht unser grummelnden mägen...

 

unsere heutige unterkunft ist auf der insel amantani. am hafen wird man einer familie zugewiesen, bei welcher man dann schläft und verköstigt wird. leider gibt es auf amatani nicht mehr die typischen schilfgedeckten häuser und man bettet sich nun auch auf schaumstoff anstatt auf schilf. schade. zudem gibt es über die ganze insel orangene toilettenhäuschen verteilt. trägt nicht gerade dazu bei, hier das ursprüngliche leben der inselbewohner nachzuvollziehen.

 

aber bekocht werden wir ganz großartig von der dame des hauses. dann geht es hinauf zu den ruinen von pachamama, einer alten kultstätte, dessen zugänge genauestens mit der sonne und anderen gestirnen abgestimmt sind. hier tummeln sich neben unserer eins noch etliche andere touristen, die nur für heute auf amantani verweilen. wir schauen uns das spektakel aus der ferne an und unterhalten uns lieber mit den frauen amantanis, die hier ihre marktstände pünktlich zum auftauchen des ersten touristen am horizont aufgebaut haben.

 

wir bleiben bis zum sonnenuntergang und beschliessen, morgen zum sonnenaufgang wieder hier oben zu stehen.

 



wir in traditionellen trachten

am abend gibt es dann ein kleines dorffest, mit traditioneller musik und kleidung und auch wir werfen uns in schale.

 

obwohl wir als letzte in unsere unterkunft zurückkehren, stehen cedric und ich pünktlich 5.30 uhr auf und marschieren in richtung pachamama los. die sonne geht direkt über dem titikakasee auf und taucht alles in ein herrliches licht. oben angekommen sind wir nahezu allein. nur zwei männer knien hier und beten. wir wollen nicht stören. als sie fertig sind begrüssen sie uns. es sei mittwoch und jeden mittwoch und sonntag kommen vater und sohn zum beten hier hinauf. dann stimmen sie noch ein lied an, anschliessend ein gebet, in welchem sie uns mit einschliessend und den mann da oben bitten, gut auf uns aufzupassen. wir bedanken uns, und schon marschieren die beiden wieder hinab ins dorf.




fahrt nach taquile

wir bleiben noch eine weile und geniessen die stille und die insel, wie sie erwacht. um 7.00 uhr sind wir zum frühstück zurück und danach geht es mit dem boot hinüber zur insel taquile, der insel der strickenden männer.

 

hier klettern wir zuerst einmal rund 45 minuten die insel hinauf, um den plaza des pueblo principal zu erreichen. auf dem weg dorthin merken wir schon, dass die menschen hier den touristen viel verschlossener gegenüber sind. auch die traditionelle lebensweise ist hier viel mehr erhalten als auf amantani. so spinnen die frauen den ganzen tag die wolle zu garn und die männer verarbeiten dieses zu den bunten zipfelmützen. zudem gehen die frauen stets 3 meter hinter den männern. angesprochen werden die einwohner stets nur mit den vornamen; alles andere würde großes unglück bringen.

 

auf der plaza herrscht wieder großes touri-treiben, aber wir wissen, daß der spuk gegen mittag ein ende hat, denn dann verlassen die tagestouristen die insel und wir haben sie fast für uns allein.

 

so gehen wir auch erst zu unserer unterkunft, zu hilde. suse und ich sind total amüsiert über den doch ziemlich deutschen namen für das junge mädchen, in roter jacke mit schwarzem rock und der spindel in der hand, mit der sie unentwegt wolle zu garn spinnt. die unterkunft ist sehr schlicht aber nett.

 



wir beschliessen, uns zu einem inselrundgang aufzumachen, kommen aber nicht sehr weit, denn kurz nach der plaza treffen wir auf ein paar schulkinder, die gerade von der ersten "halbzeit" nach hause zurückkehren, um mittag zu essen und siesta zu halten. den volleyball, den sie bei sich tragen finden wir zu interessant und so beginnt ein kleines volleyballtournier auf einem abschüssigen weg auf über 4.000 meter höhe. es macht uns unwahrscheinlich viel spaß und wir sind immer wieder überrascht, wie schnell die kinder mit ihren gummisandalen dem ball hinterher flitzen können, wenn er uns dann mal entwischt.

 

gut eine stunde halten wir durch und müssen dann, zum bedauern der kinder, eine größere pause einlegen. danach geht es aber wirklich auf inseltour. wir laufen bis zum ende der insel und geniessen den sonnenuntergang. im dunkeln kehren wir ins dorf zurück. die wege sind zum glück nicht sehr holperig, sodaß es sich gut laufen läßt, auch ohne licht. das abendessen bekommen wir dann bei kerzenlicht im zimmer serviert. als wir den tag revue passieren lassen, bedauern wir alle, nach amantani gefahren zu sein und nicht 2 tage auf taquile zu verbringen. taquile bietet so viel mehr, obwohl bzw. gerade weil es so viel wenig touristisch ist und so viel weniger komfort bietet.

 

bereits in der nacht meldet sich dann mein magen sehr unfreundlich zurück. so verzichte ich dann auf ein frühstück und schlafe auf der gesamten rückfahrt in der kajüte.

 

suse besorgt dann zurück in puno aus der apotheke ein paar nettigkeiten und die bustickets für unsere weiterfahrt nach copacabana, welches wieder für die allgemeinheit geöffnet ist. morgen früh geht es los und ich hoffe, daß ich halbwegs fit bin...





copacabana

15.09. - 17.09.2006 Copacabana und die Isla del Sol

 

eines vorneweg: copacabana ist nicht der berühmte strand in brasilien. dieser hat zwar seinen namen von der stadt hier am titikakasee, aber ansonsten haben die beiden orte nicht viel gemein.

 

mit der gestern abend begonnenen magen-aufbau-kur mit farmazeutischem magenmittelchen und natürlichen joghurtkulturen geht es mir wesentlich besser, nur fühle ich mich total geschwächt. der weg zum bus ist aber trotzdem keine hürde.

 

auf der fahrt zurück nach bolivien muß suse dann (sie bekommt stets den fensterplatz) beobachten, wie zwei hunde rumpel-die-pumpel von unserem bus überrollt werden. kümmert aber niemanden hier, gibt es doch unendlich viele strassenhunde. wir sind jedoch jedesmal aufs neue schockiert, wenn so etwas passiert.

 

copacabana entpuppt sich dann, nach erfolgreichem grenzübertritt und zahlung der "eintrittsgebühr" zur stadt, welche der kirche zugute kommen soll, als wunderschön gelegene kleinstadt direkt am see. aufgrund der blockaden sind wir fast allein in der stadt. so haben wir die möglichkeit, uns im besten hotel der stadt einzuquartieren mit blick über strand (dem einzigen öffentlichen strand in ganz bolivien) und titikakasee. wo die zimmer sonst mehr als 30 dollar die nacht kosten (für viele bolivianer ein monatslohn) schlafen wir für ein zehntel. die hotelbesitzer sind froh, endlich wieder gäste zu haben.

 

wir kaufen nochmals trinkjoghurt für unsere mägen und ziehen dann hinauf zum mirador "cerro calvario". vorbei an etlichen kreuzen und heiligenfiguren hat man von hier oben einen sagenhaften ausblick über die stadt und den see. wir bleiben wieder bis zum sonnenuntergang, ehe wir in einem der leeren lokale zu abend essen.

 

am nächsten morgen stellen wir unser "überflüssiges" gepäck im hotel unter und begeben uns zum markt. hier kaufen wir einige sachen für den heutigen tag und verlassen dann copacabana zu fuß in richtung yampupata. von dort wollen wir auf die isla del sol, die sonneninsel fahren, die insel, auf welcher der geburtsort des gottes wiracocha und des ersten incas manco capac und dessen frau und schwester (die inca-könige heirateten stets ihre schwestern, um ihr blut rein zu halten) mama ocllo und somit der ursprung des inca-reiches liegt.

 

nach einigen kilometern fußmarsch frühstücken wir auf einigen felsen sitzend mit einem fantastischen blick über den lago titicaca. zwischendurch unterhalten wir uns immer wieder mit einigen einheimischen, die uns neugierig ausfragen. meist sind es nur banale dinge. so fragt man uns aus, welche produkte unser land anbaut, wie das wetter ist und welche tiere es gibt. trotzdem macht es spaß, sich zu unterhalten.

 




mit coca und alkohol wird traditionell das neue boot "getauft"

so kommen wir auch in einem kleinen dorf, bei der suche nach brot zum mittag, ins gespräch mit dessen bewohnern und werden kurzerhand eingeladen an einer kleinen zeremonie teilzunehmen. gerade heute wurde ein totora-boot fertiggestellt und ist bereit, zu wasser gelassen zu werden. wir schauen noch bei den letzten handlungen der fertigstellung zu, ehe es ans wassern geht. vorher gibt es jedoch die taufe. mit coca und alkohol wird sowohl das boot, dann pachamama (mutter erde) und zu guter letzt die schilfbootbauer selbst versorgt, ehe es daran geht, das unwahrscheinlich schwere schilfboot zu wasser zu lassen. vorher werden noch die von den alten mütterchen zusammengeknüpften blumenkränze und der aus schilf gebastelte pumakopf am boot befestigt, dann mühen wir uns alle ab, das schiff durch die wiese und den schlick ins wasser zu schieben.

 

und dann alle hinein in das ding. ohne segel und nur mit einer langen stange navigiert uns der alte mann ein gutes stück über den titikakasee. unglaublich, daß die leute früher mit diesen booten etliche seemeilen zurückgelegt haben.

 




unsere "crew" auf der überfahrt zur isla del sol

nach unsere rundtour bedanken wir uns sehr für die einladung und setzen unseren weg in richtung sonneninsel fort. gegen 16.00 uhr erreichen wir dann den kleinen hafen und treffen auf unseren kapitän und seine crew für unsere 15minütige überfahrt. er ist vielleicht gerade 12 und seine crew besteht aus zwei 8jährigen, die hier (mit ausnahme von heute) normalerweise die verantwortung für mindestens 20 passagiere haben. wir sind aber allein hier und so schmeissen sie nur für uns den motor an und schippern uns nach pilkokaina, dem südlichsten anleger auf der insel.

 

von hier sind es noch einige minuten fußmarsch ehe wir das dorfzentrum erreichen. ein kleiner junge bietet uns seine hilfe auf der suche nach einer unterkunft an und so landen wir im wunderschönen "templo del sol" hoch oben über dem dorf mit herrlichem ausblick.

 

am morgen des nächsten tages begeben wir uns zur örtlichen bäckerei. ein über siebzig jahre altes ehepaar bäckt hier im hinterhof frisches brot, welches wir fürs frühstück einkaufen. mit dem heissen brot erklimmen wir den ersten "hügel" hinter dem hostel und geniessen neben dem guten essen die herrliche aussicht.

 

dann beginnen wir unsere inselwanderung in richtung norden. die aussicht ist überwältigend. neben der schönen insellandschaft sieht man im osten die sechstausender der cordillera real aufsteigen. im norden der insel befinden sich dann zahlreiche alte reste der inca-kultstätten: der pumafelsen titicala, der sonnentempel und die ruinenanlage chincana - das labyrinth.

 

über die ostseite der insel kehren wir über den schönen strand von challapampa (hier füttern wir noch ausgiebig die schweine mit unseren bananenschalen) zurück nach pilkokaina.

 

die insel scheint trotz des hohen touristenaufkommens, gerade an den sehenswürdigkeiten, viel von seiner ursprünglichkeit bewahrt zu haben. abends kommen die frauen und kinder mit dem vieh von den weiden zurück und treiben dieses durch die schmalen gassen der dörfer. nebenbei spinnen sie ihre wolle zu garn oder stricken bunte sachen. hier könnte man es eine weile aushalten.


18.09.2006 Auf nach Cusco

 

unser heutiges frühstück nehmen wir an der escalera del inca ein. in typischer bauweise haben die steintreppenfixierten incas hier im südosten der insel wieder einmal ganze arbeit geleistet. wiemlich steile treppen führen von (oder zu) der mohle hinauf/hinab. nebenan ein kanalsystem, das das quellwasser auf die angelegten terassen leitet und somit fruchtbar macht.

 

auf eben diesen terassen sitzen wir in der morgensonne und lassen es uns schmecken, ehe wir gegen 10.30 das boot zurück nach copacabana nehmen. hierzu müssen wir auf der anderen seite der insel eine halbe stunde bergab zum hafen hinunter laufen. dabei müssen wir beobachten, wie andere touristen eine ältere dame anheuern, die dann die zwei großen rucksäcke der touris zum hafen schleppt. unglaublich.

 

in copacabana organisieren wir unsere weiterfahrt nach cusco, der inca-hauptstadt. zuvor müssen wir jedoch zwischenstation in puno machen. vor puno und nach der grenze werden wir an der zollstation aufgehalten. mindestens 6 beamte "stürmen" unseren bus und ziehen nach und nach gezielt einige kleine schwarze koffer aus dem bus. "riecht" irgentwie alles nach einem abgekarterten spiel. die zu den koffern gehörenden personen werden auch gleich mitgenommen. was der inhalt war und was aus den leuten wird, wissen wir nicht; unser bus setzt seinen weg ohne sie fort. verspätet erreichen wir puno und springen buchstäblich mit unserem gepäck in den anderen bus nach cusco. eigentlich hatten wir uns auf einen kleinen mittagsimbiss in puno eingestellt. so müssen wir uns bis juliaca gedulden, wo der bus gut eineinhalb stunden steht und auf weitere passagiere wartet.

 

aufgrund der ganzen verzögerung erreichen wir gegen 1.00 uhr nachts dann cusco. wir telefonieren kurz mit dem besitzer unseres hostels, welcher sich auch sofort bereiterklärt, uns vom busterminal abzuholen. so warten wir eine weile und versuchen, so gut es geht, uns den aufdringlichen taxifahrern zu erwehren. für mich unbegreiflich, warum wir von etlichen taxifahrern immer wieder aufs neue gefragt werden, ob wir ein taxi haben wollen. selbst nach dem 10ten "nein" kommen immer wieder nachfragen, als ob man es sich anders überlegt hätte und vielleicht doch "ja" sagt...

 



Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.

Aurelius Augustinus